By John Ager, Kepner-Tregoe
 
 
Eine der häufigsten Techniken zur Findung der Ursache ist der „5 Why" -Ansatz. Als Bestandteil der Toyota Herstellungsmethode wurde „5 Why“ populär und als nicht-statistisches Analyseverfahren für Six-Sigma-Qualität gefördert. „5 Why“ ist vielleicht eine der bekanntesten Ursachenanalyse-Methoden, die es gibt. Der Analytiker stellt eine Reihe von iterativen Untersuchungsfragen, die es ihm ermöglichen, über die Symptome hinauszuschauen. Man erlangt dadurch einen Einblick in die Ursache, die dem Problem zugrunde liegt. 
 
Während die Methode für die meisten Menschen einfach und leicht verständlich ist, stellt sich oft die Frage: "Wie viele Whys braucht es eigentlich, um die Ursache zu finden?" Die Antwort ... "es kommt darauf an". Einige Menschen behaupten, in 3 Iterationen zur Ursache zu kommen. Andere benötigen 7-10 Schritte. „5 Whys“ scheint der Durchschnitt zu sein und eine guter Richtwert. Die Frage nach der Anzahl der Warums wird noch komplizierter, wenn Probleme das Ergebnis von mehreren aufeinanderfolgenden Ursachen sind, wenn es mehrere kausale Faktoren gibt, die parallel auftreten, oder wenn das Ergebnis einer Kombination von Beiden entspricht.
 
Siehe die folgenden Beispiele: Dies sind gekürzte Versionen des „Cement Falling“ vom Jefferson Memorial und dem „Loss of Life“ vom Untergang der Titanic: 
 
 
Obwohl umfassendere Versionen dieser beiden Szenarien viel mehr Ebenen des „Warum“ zeigen, benötigen andere Probleme möglicherweise weniger „Whys“ um zur Ursache zu kommen. In der praktischen Anwendung hängt die Anzahl der benötigten Whys von dem Verständnis ab, das benötigt wird, um geeignete und umsetzbare Antworten zu identifizieren.
In diesen beiden Beispielen und für die meisten Probleme gilt, dass die Grundursache eines Problems eine nicht perfekt getroffene Entscheidung ist. Jemand beschloss, die Lichter des Jefferson Memorials in der Dämmerung einzuschalten. Und dies geschah zur Zeit, wo Mücken am aktivsten sind. Die Direktoren der White Star Line - Eigentümer der Titanic - setzten mehr auf Ästhetik als auf Sicherheit. 
 
In beiden vorgestellten Beispielen trugen bestimmte Umweltbedingungen zu dem Problem bei. Unabhängig davon, ob irreversible Entscheidungen oder Umweltbedingungen dazu beigetragen haben, die Leistung wiederherzustellen und ein erneutes Auftreten zu verhindern, müssen wir darauf reagieren. Wir verwenden „5Why“, um alle beitragenden Faktoren zu einem Problem zu identifizieren, damit wir dann effektive Maßnahmen ergreifen können. Das effektive und effiziente Identifizieren dieser Faktoren hängt von der Qualität der Fragen ab, die wir stellen müssen. Oder wir leiten die Antworten für jedes „Why“ ab. Es gibt zwei Dimensionen, die sich auf die Qualität der Fragen auswirken, die wir stellen.
 
1.) Die erste ist, wie gut wir vorhandene Informationen nutzen, um unsere Annahmen in Frage zu stellen und als Ausgangspunkt für die Formulierung von Fragen, um zusätzliche Informationen zu sammeln. Indem wir das, was wir wissen, von dem trennen, was wir nicht kennen, vermeiden wir die Falle, die Informationslücken mit falschen Annahmen zu füllen.
 
2.) Der zweite ist, wie gut die Fragen verwendet werden, um nach spezifischen kausalen Faktoren zu suchen, so dass wir spezifische Aktionen durchführen können. Indem wir nach Antworten suchen, vermeiden wir es, Fragen zu stellen, um unsere Voreingenommenheit zu bestätigen oder um generische Antworten zu finden, die zu generischen Antworten führen.
 
Die Antwort auf die Frage, wie viele Ursachen es sind, um die Ursache zu ermitteln, hängt davon ab, wie viele Ebenen wir durcharbeiten müssen, um die systemischen Faktoren zu erreichen, die das präsentierte Problem ermöglichen. Die Zeit, die benötigt wird, um diese Schichten zu durchlaufen, hängt von den Fähigkeiten des Analytikers ab, verfügbare Informationen zu nutzen, um ihre Befragung zu leiten, und von der Strenge, mit der wir nach Antworten suchen.
 
Schulungen und Coaching zur Ursachenanalyse können dabei helfen, Fähigkeiten zu entwickeln, um verfügbare Informationen einzuschätzen und zu bestimmen und um zu wissen welche Fragen zu stellen sind, damit man den größten Nutzen aus jeder Befragungsrunde erzielen kann. Kepner-Tregoe unterstützt Unternehmen seit über 60 Jahren bei der Suche nach der Ursache kritischer Geschäftsprobleme. Mit Schulungen und Coachings von KT kann Ihr Unternehmen diese Erfahrung nutzen, um die Analysefunktionen Ihrer Organisation zu verbessern. 
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